Wann hast Du das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht?

Oder: Wie es ist, als übergewichtige Fee im rosa Tütü in der U-Bahn zu tanzen.


Der Steiermark(t)-Schreier:
Aufmerksamkeit um jeden Preis?

Woran man gutes Marketing erkennt. Immer.

 

29.05.2020 - Neulich im Supermarkt: Ein kleines Kind an der Kasse quengelte. Es quengelte hartnäckig und ausdauernd. Mal redete es mit Engelszungen auf seine Eltern ein. Mal bockte und schmollte es mit durchaus unangenehmer Lautstärke. Das Kind wirkte solange auf seine Eltern ein, bis diese schließlich nachgaben und das Kind das Ziel des Quengelns – eine Packung Gummibärchen – freudstrahlend auf das Förderband an der Kasse legte.

 

Auf dem Rückweg dachte ich über die Szene nach und stellte mir die Frage: Hatte das Kind gutes Marketing gemacht? Schließlich hatte es am Ende bekommen, was es gewollt hatte.

 

Ich glaube, mir ist diese Szene deshalb in Erinnerung geblieben, weil sie typisch dafür ist, wie die meisten Menschen über Marketing denken. Kurzfristig und erfolgsorientiert. Tatsächlich war das Kind auf den ersten Blick mit seiner Kampagne erfolgreich gewesen. Aber um welchen Preis? Die entscheidende Frage stellen sich die meisten von uns an dieser Stelle nämlich nicht: Wie haben sich eigentlich die Eltern – die Zielgruppe der außergewöhnlichen Marketingaktion des Kindes – in dieser Situation gefühlt? Waren die Eltern glücklich mit ihrer Entscheidung? Würden Sie das Kind in Zukunft wieder in den Supermarkt mitnehmen und sich wieder überreden lassen? Oder würden Sie anfangen dem Begehren des Kindes einen Riegel vorzuschieben? Etwa, indem sie von vornherein klar machen, dass es kein Extra mehr an der Kasse gibt. Oder in dem sie in Zukunft das Kind während des Einkaufs einfach im Auto warten lassen.

 

Ich fürchte, das Kind im Supermarkt hat sich auf lange Sicht keinen Gefallen getan. Es war mit seiner Aktion zwar einmalig erfolgreich gewesen, es hatte jedoch die wichtigste Grundregel für gutes Marketing nicht beachtet: Mach deinen Kunden glücklich. Ist der Kunde nicht glücklich, ist deine Kampagne nicht gut. Und mit Glücklichsein meine ich echte Emotionen. In unserer zunehmend digitalisierten Welt muss gutes Marketing nicht nur informativ sein und gut aussehen, es muss die Kunden emotional berühren und bei ihnen im Idealfall – Jetzt kommt ein ziemlich altbackenes Wort – Wohlgefallen auslösen. Doch wie macht man das? Ganz einfach, indem man der Beziehung zum Kunden oberste Priorität einräumt und das Verkaufen erst danach kommt. Klingt komisch, sorgt aber auf lange Sicht tatsächlich für höhere Umsätze. Und wie so ein kundenorientiertes Marketing umgesetzt praktisch umgesetzt wird, davon erzähle ich in meiner nächsten Kolumne.

Blog Stefan Elmshäuser

Corona - die Rückkehr des 

"Wir-Gefühls"?

Obwohl wir uns noch nicht einmal auf dem Höhepunkt der Corona-Krise befinden, lässt sich schon heute sagen, dass unsere Welt seit einigen Tagen nicht mehr dieselbe ist. Die fundamentalen Einschnitte im öffentlichen Leben durch Reisebeschränkungen, Ausgangssperren, geschlossene Schulen, Kulturstätten, Geschäfte und Lokale zwingen uns nicht nur dazu, unseren Alltag zu ändern, sondern ermöglichen uns auch einen Blick auf unsere Gesellschaft aus einer vollkommen neuen Perspektive.

 

Was lehrt uns das Virus?

 

1.    Selbstfürsorge und Nächstenliebe

 

Corona lernt uns aktive Selbstfürsorge und Selbstverantwortung. Wir erleben, wie wichtig es ist, auf den eigenen Körper, das eigene Immunsystem zu achten. Gleichzeitig sind wir gezwungen, unsere Lebensqualität einzuschränken, um andere, Schwächere nicht zu gefährden. Wir nehmen Rücksicht, wägen sorgsam zwischen den eigenen Interessen und dem Gemeinwohl ab und bieten Schwächeren Hilfe an. Das ist gelebte Selbst- und Nächstenliebe – Es ist schön zu sehen, dass Selbstfürsorge und Nächstenliebe als stabile Werte einer Gesellschaft wieder da sind! 

 

2.    Wir können lernen, über unsere Ängste hinauszuwachsen

 

Fast jeder erlebt es derzeit: Das ängstliche Hineinhorchen in den eigenen Körper bei jedem kleinen Husten. Bin ich vielleicht auch schon krank? Was, wenn doch nicht nur die Alten und Kranken am Virus sterben? Warum fühlt es sich eigentlich so komisch an, für zwei Wochen oder mehr nicht mehr ins Café, Theater oder zum Sport zu gehen? Haben wir Angst vor Unfreiheit? Vor dem Kontrollverlust? Vor der Machtlosigkeit? Vor dem Tod? Die meiste Zeit in unserem Leben unterdrücken wir unsere Ängste. Doch in Krisen funktioniert das „Es wird schon nichts passieren“ nicht mehr. Die Situation, die wir derzeit erleben, zwingt uns dazu, sich mit unseren Ängsten auseinanderzusetzen und diese Auseinandersetzung für ein persönliches Weiterkommen zu nutzen.

 

 

3.    Corona lehrt uns, unsere Sterblichkeit anzunehmen…

 

…und damit auch unsere Beziehung zur Welt und zur Natur von Grund auf neu zu gestalten. Mit mehr Demut, mit mehr Vertrauen und Hingabe. Wir wachen gerade aus unserer oft gefühlten Pseudo-Sicherheit auf, die uns eine Kontrolle vorgegaukelt hat, die wir nie hatten und auch nie haben werden.

 

 

4.    Wir lernen, uns auf das Wesentliche zu besinnen

 

Das Hamsterrad steht still. Auf der ganzen Welt. Wir erleben eine kollektive Entschleunigung und haben plötzlich Zeit, darüber nachzudenken, was uns wirklich wichtig ist. Das Ergebnis dieser Überlegungen: Wir haben das Leben und die Gesundheit zur obersten Priorität erklärt. 

 

5.    Mutter Erde darf Luft holen

 

In nur wenigen Wochen wurden nachweisbar mehr positive ökologische Effekte erzielt, als es die ganze Klimaschutzbewegung der letzten Jahrzehnte vermochte. Weniger Reisen und weniger Flüge bedeuten weniger CO2-Emissionen. Weniger Industrie und weniger Wirtschaftsleistung bedeuten weniger Feinstaubbelastung. Und: trotz all dieser Einschränkungen geht unser Leben weiter. 

 

 

6.    Wir lernen, unsere Wirtschaftsstrukturen zu hinterfragen

 

Die Corona-Krise zeigt, wie verletzbar und anfällig eine ausschließlich globalisierte Wirtschaft ist. Wie kann es sein, dass unser Wirtschafts- und Sozialsystem auf einen zeitweiligen Shut-down null vorbereitet ist? Wären kleinteiligere und regionale Wirtschaftskreisläufe die Lösung? Kreisläufe, die gleichzeitig mehr Lebensqualität, aber auch Verbundenheit, Sinnhaftigkeit und Resilienz ermöglichen? Darüber beginnen wir nachzudenken und die derzeitige Situation ist eine Einladung neue Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.

 

7.    Wir erleben, was alles möglich ist, wenn man nur will

 

Wo ein Wille, da ein Weg. Das sagt sich oft schnell. Doch derzeit erleben wir: Wenn wir müssen, dann geht es auch! Auf einmal ist es möglich Maßnahmen zur Eindämmung potenzieller Gefahren in Nullkommanichts umzusetzen. Heute tagt ein Krisenstab, morgen sind die Lösungen installiert. Einen derart handlungsfähigen Staat würde man sich öfter wünschen. 

Eine Frage, die derzeit über allem schwebt, was wir erleben, lautet: Wie werden wir nach Corona wieder zur Normalität zurückfinden? Wird das in ein paar Wochen oder Monaten überhaupt möglich sein? Was machen wir, wenn ein neues unbekanntes Virus schon bald wieder unsere Gesundheit bedroht? Corona ist persönlicher Schrecken und Chance zugleich. 

Während wir einerseits unsere Menschlichkeit wiederentdecken, erleben wir andererseits eine Systemkrise, die ein Zurück zum Business-as-usual, zu der alten gewohnten Welt, in der globalisierte Systeme unsere Gesundheit und unsere Lebensgrundlagen ruinieren, eigentlich nicht möglich macht. 

 

Es wird spannend zu sehen sein, welchen Weg wir nach der Corona-Krise einschlagen. Ob es uns gelingt, alternative Wirtschaftssysteme und Lebensmodelle zu entwickeln, die die Regeneration globaler Ökosysteme und ein lebenswertes Leben für jedermann ermöglichen? 

 

In meinen Augen ist Corona eine Chance und ein Aufruf, neue Wege einzuschlagen, regenerative Kulturen aufzubauen, regionale Wirtschaftskreisläufe zu schließen und einen tiefgreifenden, gesellschaftlichen Wandel zu ermöglichen, der von einem neuen menschlichen Wir-Gefühl getragen wird. 

In diesem Sinne: Bleibt gesund. Alles wird gut. Sehr wahrscheinlich ganz anders, aber es wird gut.

13.03.2020 - Im Moment schwirren den meisten von uns Tausende Gedanken gleichzeitig durch den Kopf. Gebannt folgt man der Nachrichtenlage zur Corona-Krise, die sich stündlich ändert, und für Unsicherheit sorgt.

Wie lange? Wie schlimm?
Keiner kennt die Antworten auf diese Fragen.


Gleichzeitig erleben wir, wie Menschen andere in der Krise unterstützen und helfen.
Das möchte ich auch tun. Ich helfe gern!
Und zwar nicht nur in privatem Rahmen, sondern auch professionell als Unternehmensberater, Kommunikationsexperte und Personal Coach.


Ab sofort werde ich einen Tag in der Woche kostenlos arbeiten.

Für ihr Unternehmen, egal ob groß oder klein. 

Stefan Elmshäuser